Am 3. September eröffnete das Jüdische Museum Berlin seine große Jubiläumsausstellung unter dem Titel „Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart“. Zu sehen ist die Schau noch bis zum 10. Januar 2027.
Im Zentrum der Ausstellung steht das utopische Denken: Sie entwirft den Versuch, über eine alternative Welt nachzudenken — eine Welt, die Wege aus heutigen Kriegen, Wirtschaftskrisen und gesellschaftlichen Dissonanzen aufzeigt.
Insgesamt 12 künstlerische Arbeiten werden präsentiert. Unter den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern finden sich namhafte Positionen wie Yael Bartana, Andrea Büttner, Chto Delat International, Arnold Dreyblatt, William Forsythe, Dana Kavelina und Alexander Kluge.
Stimmen der Leitung und Kuratorinnen
Auf der Pressekonferenz gaben Museumsdirektorin Hetty Berg sowie die beiden Kuratorinnen Julia Friedrich und Shelly Harten Einblicke in die Konzeption der Schau und erläuterten ausgewählte Werke.
Im Gespräch: Zwei Projekte.
Neben den Kuratorinnen-Stimmen haben wir mit den Beteiligten von zwei außergewöhnlichen Installationen gesprochen.
1. Dor Zlekha Levy : „Esperoj“ (Hoffnungen)
Der israelische Multimedia-Künstler Dor Zlekha Levy präsentiert mit „Esperoj“ eine interaktive Audioinstallation. Auf einer kreisförmigen Bühne laden Sitzgelegenheiten und Kopfhörer dazu ein, der Esperanto-Hymne zu lauschen. Das Besondere: Je mehr Besucherinnen und Besucher Platz nehmen, desto mehr Soundebenen schichten sich in den Kopfhörern auf — bis der harmonische Gesang allmählich in eine vielschichtige Kakofonie übergeht.
Wir haben mit Dor Zlekha Levy und der Komponistin Laila Mazal Yenishen über die Idee hinter der Installation gesprochen (in English).
2. Chto Delat: Dreikanal-Videoinstallation „A Comprehensive Self-Organized Amateur Expedition in Search of Losses and Discoveries“
Die Künstlergruppe Chto Delat International, die bereits vor einem Jahr in unserer Sendung zu Gast war, ist mit einer neuen Arbeit vertreten. Ihre Dreikanal-Videoinstallation, deren Ausstellungsarchitektur von der Berliner Gruppe ZIP gestaltet wurde, erzählt die Reise verschiedener Radiostationen von Hamburg nach Armenien. Ihr Ziel: Einem Orakel die eine, geheimste Frage zu stellen.
Über den Entstehungsprozess und die Hintergründe der Arbeit sprechen die Künstler Dmitry Vilensky und Nikolai Oleynikov im Interview (in English).
Bildnachweise:
- Chto Delat International, A Comprehensive Self-Organized Amateur Expedition in Search of Losses and Discoveries, Projektfoto, 2026.
- Dor Zlekha Levy, Vorbereitungen zu Esperoj mit dem Musrara-Chor der Studierenden für zeitgenössische Musik, dirigiert von Laila Mazal Yenishen, Februar 2026; Foto: Dor Zlekha Levy.
- Yael Bartana, The Birds (Die Vögel), Videostill, 2026; Courtesy of Annet Gelink Gallery, Amsterdam; Sommer Contemporary Art, Tel Aviv; Galleria Raffaella Cortese, Milan; Petzel Gallery, New York; Capitain Petzel, Berlin and Cecilia Hillström Gallery, Stockholm.



Hinterlasse einen Kommentar